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Narzissmus und Authentizität

Sei du selbst! Diesem Satz begegnet man in heutiger Zeit so ziemlich oft; in Ratgebern, in Selbsthilfekursen, unter Freunden, im Alltag usw. Sei du selbst, sei authentisch! Ganz einfach, oder? Damit wirst du charismatischer, anziehender, erfolgreicher und überhaupt, einfach nur besser. Für Menschen mit einer narzisstisch belasteten Kindheit, kann dieser Satz eine unüberwindbare Hürde darstellen. Denn genau das durften sie eben nicht sein, ganz sie selbst!

Wie geht das?

Grundsätzlich ist an diesem Satz nichts auszusetzen und dahinter verbirgt sich ein guter Gedanke. Und so zu sein, wie man wirklich ist, ist auch nicht falsch. Ganz selbst zu sein, tut gut und fühlt sich echt an, für einen selbst und für das Umfeld. Ganz selbst oder authentisch zu sein, schafft eine echte Verbindung zu sich selbst. Nur was ist, wenn das nicht so einfach ist, ganz man selbst zu sein? Normalerweise muss man darüber nicht groß nachdenken, man ist einfach, wie man ist, ganz selbst. Normalerweise. Jetzt kommen das große Aber und die große Frage. Wie geht das? Wie bin oder werde ich authentisch? Oder was macht mich so unauthentisch in den Augen der anderen? Aber zunächst werfen wir einen Blick zurück, wo alles anfing…

Große Erwartungen – große Enttäuschung

Betroffene, die in einem narzisstischen Elternhaus aufgewachsen sind, werden vermutlich noch erinnern, was von ihnen als Kind erwartet wurde. Wie sie sein sollten, um ihre Bezugsperson (Mutter, Vater etc.) nicht zu enttäuschen. Wie sie sein durften, um die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen. Ein Kind wird alles tun, um von seinen Bezugspersonen geliebt zu werden und wird deshalb auch entweder ganz leise, ganz fleißig, ganz lieb u. v. m. sein, um nicht abgelehnt zu werden. Das Kind hat sehr früh gelernt, wie es sein muss, um geliebt zu werden. Es musste schon ganz früh lernen, sein eigenes Selbst zu unterdrücken und dafür das bevorzugte, angepasste Ich zu zeigen. Und das Kind konnte somit nie richtig lernen, wie sein Selbst wirklich ist, was es fühlt, was andere fühlen, welche Bedürfnisse es selbst hat. Die Erfüllung der Bedürfnisse seiner Bezugsperson war seine vorrangigste Aufgabe. Hat das Kind diesen Erwartungen nicht entsprochen, musste es mit Enttäuschung, Schuldgefühlen, Bestrafung oder Liebesentzug (emotionale Erpressung) rechnen.

Sein oder nicht sein? Wie sein?

Das, was in der Kindheit so eingeprägt wurde, ist im Erwachsenenleben oft nur schwer abzulegen. Je früher uns Muster eingeprägt wurden, umso resistenter sind sie gegen äußere Einflüsse und Veränderungen. Die Angst von damals, dass wir auf Ablehnung stoßen, nicht geliebt oder gemocht zu werden, wenn wir unser wahres Ich zeigen, bleibt. Unsicherheit, Ängstlichkeit oder aber die typisch narzisstische Großspurigkeit versuchen, ein Ich zu produzieren, das in etwa gesellschaftlich akzeptiert wird. Der permanente Versuch, angepasster und angenommener zu sein, kostet Kraft und stößt im Endeffekt doch wieder auf Ablehnung. Wir glauben zwar zu wissen, wie man sich verhält, um nicht abgelehnt zu werden, wir fühlen es aber nicht. Aber umso mehr bemerkt unser Umfeld, dass wir irgendwie nicht „authentisch“ sind. Oder wir wissen nicht, dass unser Verhalten auf andere Menschen unauthentisch wirkt, weil wir nie gelernt haben, was es heißt „echt“ zu sein. Und da schließt sich der Kreis. Wir verhalten uns, wie erwartet, werden „entlarvt“ und bekommen immer mehr das Gefühl, nicht wirklich angenommen zu sein. Die Folge: Rückzug, Enttäuschung, Verunsicherung.

Was also tun?

Was kann helfen, das eigene Ich ans Licht zu bringen? Jeder Mensch hat ein Ich oder ein Selbst, das er von Geburt an in sich trägt. Es ist immer da, egal, was passiert. Nur manchmal wird über diesem Ich aufgrund von Lebenserfahrungen eine Menge Ballast abgeladen, sodass es unter einer dicken Schicht wie begraben liegt. Wie kommen wir in diese Tiefen an unser wahres Ich heran? Durch eine behutsame Annäherung, dem Zulassen und Akzeptieren, dem Mitgefühl mit uns selbst. Nehmen wir uns an, lassen wir zu, dass wir sind, wer wir sind.

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